Trainingslogbuch führen?

Nach einer gewissen Zeit im Fitnessstudio ändern sich die Trainings- und Gewohnheiten, die Übungen und die verwendeten Gewichte. In den ersten Jahren seines Trainings ist ein Trainingsplan wichtig und essentiell. Wie schon in einem anderen Blogbeitrag beschrieben, sollte man sich hier auf einen professionellen Trainer und nicht auf irgendwelche Youtuber verlassen. Zu dieser Zeit ist es auch nicht verkehrt sich seine Leistungen, Übungen, Pläne aufzuschreiben und zu protokollieren. Dies hat vor allem den Hintergrund die Fortschritte festzuhalten und sicherzustellen, nicht immer die gleichen Übungen zu machen. Gerade zu Beginn des Trainings würden 90% am liebsten jeden zweiten Tag Brust / Bizeps trainiere, unbeliebtere Muskelgruppen werden gerne ausgelassen (und ich spreche hier aus der eigenen Erfahrung – in den ersten Jahre, hatte ich immer wieder „Gründe“, wieso ich keine Beine trainieren kann). Aber erst als ich begonnen hatte ein Trainingslogbuch zu schreiben, wurde mir diese Tatsache bewusst. Also half mir das Mitschreiben auch, meine Routine zu durchbrechen und mich gezielt jeder Muskelgruppe zu widmen. Es unterstützte mich auch bei dem Tausch von Übungen, da nur Abwechslung den Muskel auch wachsen lässt.

In meiner Wettkampfvorbereitung habe ich sogar jede einzelne Mahlzeit erfasst und analysiert. Jedes Gramm Eiweiß wurde gezählt, um am Ende des Tages eine entsprechende Kalorienanzahl erreicht zu haben. Eines ist klar, dies ist für einen Hobby-Athleten übertrieben und auch nicht immer notwendig – ich empfehle es aber immer wieder, wenn es darum geht herauszufinden, warum seine sportlichen Ziele nicht erreicht werden. Die Ernährung trägt zum Erfolg den Großteil bei, oft ist man sich nicht bewusst wie viel und was man überhaupt zu sich nimmt. Ich rate also dazu dies in solchen Phasen immer wieder mal mitzuschreiben – die Ergebnisse überraschen zumeist.

Doch wie sieht es heute nach doch einigen Jahren Training bei mir aus? Schreibe ich immer noch detaillierte Logbücher? Erfasse ich jede einzelne Kalorie die ich zu mir nehme?

Nein, ganz so krass ist es nicht. Gerade bei der Ernährung hat sich eine gewisse Routine eingeschlichen, ich muss nicht mehr mein Müsli in der Früh abwiegen, ich weiß wie viel es ist und wie viele Kalorien es sind. Genauso bei jeder anderen Mahlzeit, ich kann dies mittlerweile einfach einschätzen und rechne ich mir dann im Nachhinein die Kalorienanzahl (und Eiweiß-, Fett- und Kohlenhydratanteil) aus, so liege ich meist nicht so falsch.

Mit dem Training verhält es sich ähnlich. Ja, ich schreibe mir noch meine Trainingseinheiten auf, allerdings nicht mehr die Übung und das verwendete Gewicht, sondern die Muskelgruppe und die Anzahl der Übungen und Sätze, die ich durchgeführt habe. Ich weiß also ganz genau, wann ich welche Muskelgruppe mit wie vielen Sätzen trainiert habe und auch wenn ich meinen Trainingsplan ändere, schreibe ich mir dies in wenigen Worten zusammen. Kleinere und größere Verletzungen, Krankheiten, Trainingsausfälle (Grüne dafür) notiere ich ebenso – und so kann ich immer Bilanz ziehen und sehe meine sportliche Entwicklung auch noch nach über 20 Jahren Training. Eines hätte ich jetzt beinahe vergessen – mein Gewicht protokolliere ich selbstverständlich auch.

Und jedes Mal wenn ich mit meinem besten Freund Badminton spielen gehe, notiere ich mir natürlich das Endergebnis des Matches – schließlich muss es am Ende des Jahres einen Sieger und einen Verlierer geben … aktuell bin ich zwei Matches im Rückstand, aber das Jahr ist ja noch lang 🙂

In diesem Sinne, mitschreiben macht Sinn – also nicht drauf vergessen bzw. es einmal probieren.


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