Da war er also der Tag – ein Samstag im August des Jahres 2011. Ich wache auf, möchte aufstehen und merke, dass mein rechter Fuß sich nicht so bewegen lässt wie ich es möchte – was heißt nicht so bewegen wie ich möchte- er bewegt sich gar nicht. Ich versuche mich zur Seite zu drehen und sofort fährt mir ein Stich durch Mark und Bein – es ist unmöglich mich nach links oder rechts zu drehen. Also probiere ich es nochmal – und nochmal – versuche Schwung zu nehmen – immer und immer wieder, bis ich es schaffe mich auf den Bauch zu drehen und mit den Händen abzustützen. Doch beim Versuch bleibt es auch, keine Chance mich aufzurichten. Ich quält mich über 3 Stunden, versuche alles mögliche – alleine und mit Hilfe – doch es war mir nicht möglich. Mein rechter Fuß istkomplett taub – also entscheide ich mich nach dieser langen Zeit einen Krankenwagen zu rufen und mich ins Krankenhaus liefern zu lassen.
Im Krankenhaus die Diagnose – Bandscheibenvorfall S5,L1. Das MRT zeigt einen starken Austritt des Bandscheibengallerts, der behandelnde Arzt erklärt mir gleich mal, dass wir da wohl am besten gleich operieren sollten. Sofort abgelehnt – kommt nicht in Frage. Also bekomme ich eine Schmerztherapie und kann nach 12 Tagen das Spital wieder verlassen. Die anschließende Physiotherapie bringt keine Verbesserung, es ist mir nicht möglich länger als 10 Minuten zu Fuß zu gehen. Wichtig auch immer die Ratschläge die man bekommt „immer nur schonen, den Rücken nicht bewegen, Schonhaltung…“ –doch anstatt besser bleibt das Gefühl einfach gleich, genauso wie das taube Gefühl im rechten Fuß.
Was mir da durch den Kopf geht? Werde ich jemals wieder trainieren können, ein Gewicht in die Hand nehmen und Brust trainieren? Kann ich wieder laufen gehen? Badminton spielen? Wie soll man von heute auf morgen mit dem Sport aufhören, den man 15 Jahre lang ausgeübt hat. Innerhalb von 4 Wochen nehme ich rund 10 kg ab – Appetit ist nämlich auch keiner vorhanden. Ich bin miesellaunig, deprimiert und frage mich, wie das weitergehen soll. Ich will weder jemanden sehen, noch telefonieren, noch sonst irgendwas.
Dann kam die Empfehlung eines guten Freundes. Er kenne einen Arzt, welcher sich auf Bandscheibenprobleme spezialisiert hat. In meiner Verzweiflung nicht lange gewartet und sofort einen Termin ausgemacht. Die Autofahrt (2 Stunden) dahin ist als Beifahrer eindeutig ein Horror (selbst fahren war zu diesem Zeitpunkt noch nicht möglich), aber die Behandlung dann eine Offenbarung. Die wichtigste Erkenntnis darauf „Bewegen Sie ihre Wirbelsäule – denn dafür hat Gott sie ihnen gegeben“. Es wurden mir Übungen gezeigt und daheim angekommen, hat das Trainingsprogramm gleich begonnen. Mit der gleichen Intensität mit der ich bisher die Kurzhanteln geschwungen habe, wird jetzt gedehnt – nicht einmal am Tag – mehrmals – nicht 4 Übungen – nein, 8. Immer und immer wieder. 2 Wochen später bin ich wieder arbeiten, fahre mit dem Auto – und weiß jetzt wie ich zukünftig mein Training erweitere, nämlich mit den richtigen Übungen für einen gesunden Rücken.
Heute – 5 Jahre danach – trainiere ich schwerer als je zuvor – und dehne immer noch jeden zweiten Tag. Ihr wollt wissen wie ich das geschafft habe, gerne – ich beantworte es in einem meiner nächsten Beiträge.